Männerberatung

Unterstützung finden,
um anzukommen

Unsere Fachberatungsstelle unterstützt alle Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben – auch Jungen und Männer.

Kostenlose Beratung
Es entstehen keine Kosten für unsere Gespräche.
Spezialisiert
Unsere Beraterinnen sind spezialisiert auf die traumasensible Unterstützung von Männern, die in Kindheit, Jugend oder im Erwachsenenalter sexualisierte Gewalt erlebt haben.
Sicher und selbstbestimmt
Sie entscheiden, worüber Sie reden wollen. Die Gespräche richten sich nach Ihren Anliegen und verlaufen in Ihrem Tempo, so, dass Sie sich bei uns sicher fühlen.
Vertrauliche Gespräche
Unsere Fachberaterinnen unterliegen der Schweigepflicht. Alles, was Sie mit uns teilen, bleibt geschützt. Sie können sich auch anonym beraten lassen, ohne Nennung ihres Namens.
Mehrfach möglich
Sie können einmalig oder mehrfach zu uns kommen, ganz nach Bedarf.
Für alle zugänglich
Unsere Angebote stehen allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus, Krankenversicherung, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung. Unsere Räume sind rollstuhlgerecht.

Männlich und betroffen – geht denn das?
Auch Jungen und Männer erleben sexualisierte Gewalt. Gesellschaftliche Vorstellungen von „starker Männlichkeit“ erschweren, dass der Missbrauch erkannt wird, das Umfeld schützt oder Betroffene Hilfe suchen.

Ist das, was ich erlebt habe, Missbrauch?
Es gibt viele Formen sexualisierter Gewalt. Diese als solche wahrzunehmen ist häufig sehr schwer, weil Tatpersonen oft manipulativ vorgehen. Betroffene zweifeln dann häufig, ob das, was sie erlebt haben, wirklich Gewalt ist.

So läuft die Beratung ab:
Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg, passende Hilfe und Entlastung zu finden. Ihre Bedürfnisse stehen bei unseren Gesprächen im Mittelpunkt. Wir hören zu und nehmen Ihre Erfahrungen ernst.

Bin ich hier richtig?
Wir unterstützen Männer aus dem Landkreis Karlsruhe,
die sexualisierte Gewalt erlebt haben.
Wir beraten auch Bezugspersonen.
Wir machen keine Täterarbeit.

Still und unsichtbar: Männer als Betroffene sexualisierter Gewalt

Jungen und Männer erleben deutlich mehr sexualisierte Gewalt – gemeinhin als „sexuellen Missbrauch“ bezeichnet – als allgemein angenommen wird.
Die meisten Menschen, die an Betroffene von sexuellem Missbrauch denken, stellen sich Mädchen und Frauen vor. Das auch Jungen und Männer betroffen sein können – oder das man selbst als Junge oder Mann betroffen sein kann – ist für viele nicht naheliegend.

Dieser Umstand hat weitreichende Folgen: Sexualisierte Gewalt an Jungen und Männern wird weniger oder später erkannt und aufgedeckt.
Die Betroffenen selbst zweifeln häufig daran, dass das, was sie erleben oder erlebt haben, wirklich sexueller Missbrauch ist. Jungen haben es aufgrund der Vorstellung, dass sie der starke Ritter und nicht die zu rettende Rapunzel sind, noch schwerer als Mädchen, zu erkennen, was mit ihnen passiert. Viele schämen sich oder fürchten, nicht ernst genommen zu werden. Leider machen tatsächlich viele Jungen die Erfahrung, dass die Erwachsenen ihnen nicht glauben, wenn sie sich mutigerweise anvertraut haben. So werden sie weniger von Erwachsenen geschützt. Dabei ist es Aufgabe der Erwachsenen, hinzusehen, die Gewalt zu erkennen, den Betroffenen zu glauben und Schutz herzustellen – kein Kind kann sich alleine schützen.
Männliche Betroffene bleiben so häufig länger mit ihren Erfahrungen alleine und die psychischen Folgen verfestigen sich im Stillen.

Die Folgen sexualisierter Gewalt können vielfältig sein.
Manche Betroffene leiden unter Angst, Scham und Schuldgefühlen, unter Wut oder Aggressivität. Andere haben Schlafstörungen, wiederkehrende belastende Erinnerungen (Flashbacks), Albträume oder körperliche Symptome wie Verspannungen und Panikattacken. Auch Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen, Partnerschaften oder Auswirkungen auf die Sexualität sind möglich.

Egal, wie sich Ihre Erlebnisse auf Sie auswirken: Sie dürfen mit uns über alles reden, wenn Sie wollen.

Sexualisierte Gewalt beginnt da, wo Grenzen überschritten werden.

Sexualisierte Gewalt kann viele Formen haben. Alle Formen haben gemein, dass jemand gegen seinen Willen in sexuelle Handlungen verwickelt wurde, ohne es zu wollen oder ohne verstehen zu können, was da gerade passiert.

Formen sexualisierter Gewalt können sein:

  • Gegen den eigenen Willen berührt oder geküsst werden
  • Sexuelle Belästigung in Chats oder sozialen Netzwerken
  • Ungefragt Nacktfotos, Pornografie oder „Dick Pics“ zugeschickt bekommen
  • Überredung oder Zwang zu sexuellen Handlungen


Sexualisierte Gewalt kann überall passieren
– durch die eigene Mutter, den eigenen Vater oder Bruder, in Partnerschaften, Institutionen, im Freundeskreis oder auch im Kontext von Flucht. Täter*innen sind nicht nur Fremde, sondern häufig Personen aus dem nahen Umfeld.

Tatpersonen gehen häufig sehr manipulativ vor und verwirren die Betroffenen systematisch.
Oft bahnen sie ihre Taten über einen längeren Zeitraum an. Irgendwann fragen sich die Betroffenen, wie sie da reingeraten konnten.
Bei vielen männlichen Betroffenen kommt es vor, dass sie während des Missbrauchs erigieren – obwohl sie nicht mögen, was passiert oder es komisch finden.
Das macht es noch schwieriger zu erkennen, dass das, was da passiert, tatsächlich Gewalt ist. 

Wie läuft die erste Beratung ab?

Zunächst vereinbaren Sie einen Termin für ein Gespräch mit uns.
Das Gespräch kann in unserer Beratungsstelle in der Karlsruher Innenstadt stattfinden oder telefonisch bzw. online per Video, ganz so, wie es für Sie am besten passt.

Das Gespräch führen Sie mit einer unserer Fachberaterinnen.
Wichtig ist: Es geht ganz um Sie. Sie bestimmen, was Sie erzählen möchten und was nicht. Schon das Aussprechen kann entlasten, Sie müssen nichts vorbereiten oder rechtfertigen. Sie können mit uns auch darüber sprechen, wo Sie heutzutage aufgrund Ihrer Erlebnisse Schwierigkeiten haben, ohne, dass Sie dabei auf Ihre Gewalterfahrungen eingehen müssen.

Wir hören zu, beantworten Ihre Fragen und zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.
Sie dürfen diesen Termin auch einfach dafür nutzen, um herauszufinden, ob Sie sich bei uns wohlfühlen und ob unsere Begleitung für Sie passt.

Ob es bei einem Gespräch bleibt oder Sie weitere Termine möchten, entscheiden Sie selbst.

In der Regel dauert ein Beratungsgespräch etwa eine Stunde.

Weitere Informationen zu unseren Beratungsgrundsätzen und uns finden Sie hier.

Bin ich hier richtig?

Sie sind bei uns richtig,
– wenn Sie selbst betroffen sind von sexualisierter Gewalt oder wenn Sie jemanden unterstützen, der von sexualisierter Gewalt betroffen ist.
– wenn Sie aus dem Landkreis Karlsruhe kommen (nicht aus der Stadt Karlsruhe)

Was wir nicht tun:
– Wir bieten keine Täterarbeit an. Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Betroffene von sexualisierter Gewalt, deren Angehörige und Unterstützende.
– Bei männlicher Betroffenheit sind wir ausschließlich im Landkreis Karlsruhe zuständig.
Für die Stadt Karlsruhe ist die Fachberatungsstelle AllerleiRauh zuständig, wenn die Betroffenen 27 Jahre oder jünger sind.

Im Zweifel: Rufen Sie uns an. Wir helfen Ihnen herauszufinden, ob Sie bei uns richtig sind.
Sollte dies nicht der Fall sein bemühen wir uns, Ihnen eine passende Anlaufstelle zu nennen.

Termin vereinbaren

Wenn Sie einen Termin mit uns vereinbaren wollen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf – telefonisch, per E-Mail, über unser Kontaktformular oder im Online-Chat.